Farbkontrast von Klettergriffen und -tritten
Ein ganz einfaches Beispiel für eine vollkommen kostenlose, barrierefreie Optimierung von Kletterhallen ist die Anordnung der Farben von Griffen und Tritten. Alles, was man braucht, ist Routenbauwissen, Basiskenntnisse in Farbenlehre und ein paar Grundregeln.
Problem: schlechte Unterscheidung von Routen durch Farben
Es werden farblich ähnliche Griffe und Tritte innerhalb einer Sicherungslinie geschraubt. Das ist bei sauberem Material einfach zu unterscheiden. Nach einer Woche Kletterbetrieb mit Chalk und Schuhabrieb haben die Griffe plötzlich drei Farben, je nach Ansichtswinkel:
- von Oben = ursprüngliche Farbe + Chalk + Abrieb = dreckiges hell
- frontal = ursprüngliche Farbe + Chalk = heller
- von unten = ursprüngliche Farbe
In der Fotogalerie sieht man ganz gut, dass aus Orange und Rot, gerade aus der Sicht des Kletterers, eine Farbe wird und damit zwei Routen zu einer verschmelzen. Gleiches passiert bei Schwarz und Violett.
Damit sind Menschen mit einer Seheinschränkung nicht mehr in der Lage die Routen zu unterscheiden. Es reicht da übrigens schon die Krankheit „Alter“, damit die jugendliche Sehfähigkeit eines Anfangszwanzigers nicht mehr gegeben ist. Von Farbenblindheit und Farbwahrnehmungsstörungen müssen wir da nicht reden.
Jeder Kletterer, der farbrein, klettern will verbringt unnötig Zeit damit die Farben unterscheiden zu wollen. So bleiben für alle unnötig Zeit und Energie auf der Strecke.
Lösung: Griffarben und Trittfarben sinvoll anpassen
Ganz einfach kontrastreiche Farben für die Routen innerhalb einer Sicherungslinie verwenden. Dazu gibt es ganz einfache Farbkonzepte, die sich nach den Flaggenfarben von Ländern richten:
- Frankreich: Blau, Weiß und Rot
- Jamaika: Schwarz, Gelb und Grün
Für mehr Farben kann man sich jederzeit eines Farbkreises bedienen und den Komplementärkontrast ermitteln.
Hinweis: Schwarz und Weiß in einer Route funktioniert nicht, da der Schuhabrieb schwarz ist und Chalk weiß. Das ergibt für beides grau.
Sonst eine supereinfache Lösung um Routen sauber zu schrauben. Mir ist unklar, warum es in vielen Kletterhallen trotzdem zu m.E. Routesetting-Fehlern kommt.




